Die Abschiedsfeier von Herrn Erbacher

Mit Klaus Erbacher verlässt eine echte Institution und ein Lehrer aus Leidenschaft die Hauptschule Otterndorf.

 

38 Jahre lang, davon 18 Jahre als Konrektor und Schulleiter, hat sich Erbacher in Otterndorf als Pädagoge mit Herz und Hand für seine Schüler und Kollegen engagiert. Am Mittwoch (21.06.2017) wurde er in den Ruhestand verabschiedet.

 

„Pädagoge mit Herz“, „Sympathieträger“, „Schulentwickler“, „der Bodenständige“ – die Redner sparten nicht mit Lob für Klaus Erbacher. Schon vor Beginn der Feier hatte der 65-Jährige allerlei Hände geschüttelt, Geschenke entgegengenommen und liebe Wünsche erhalten. Zahlreiche Gäste waren ins Otterndorfer Schulzentrum gekommen, um ihn zu verabschieden.
Warme und persönliche Worte für den Mann, der die Hauptschule „nachhaltig geprägt hat“, fand Lars Mittelstädt von der Außenstelle Cuxhaven der Landesschulbehörde: „Klaus Erbacher hat keinen Makel. Er ist ein fröhlicher, optimistischer Mensch, ein echter Sympathieträger.“ Diese Charaktereigenschaften übertrage er auch auf sein Kollegium. Mittelstädt ging auf Erbachers besonderes Talent in der Arbeit mit Kindern mit besonderen Herausforderungen ein und ließ auch dessen Engagement in der Berufsvorbereitung der jungen Menschen nicht unerwähnt.

 

An die ganz persönliche Ansprache seiner Schülerinnen und Schüler erinnerten Karina Kramer vom Schulamt des Landkreises und Jörg Noack, Vorsitzender des Fördervereins. Dass ein Lehrer seine Schüler mit seinem Käfer abholt oder in seinem privaten Garten eine Schulchorprobe durchführt, sei schon ziemlich ungewöhnlich. Schulsprecherin Katharina Just bestätigte: „Sie werden nicht nur als freundlicher Direktor, sondern auch als guter Mensch in Erinnerung bleiben.“

 

Für das Kollegium sprach unter anderem Religionslehrer Valentin Ruckgaber, der Erbacher mit einem „stolzen Kapitän“ verglich, der nun ein geordnetes Schiff hinterlasse. Für die „Leichtmatrosen“ unter den Lehrern war er stets ein gutes Vorbild und strahlte immer Gelassenheit aus. Das Schiff „Hauptschule“ habe Erbacher trotz einiger Stürme stets auf Kurs gehalten. Ruckgaber betonte: „Die Hauptschule ist kein untergehendes Schiff.“ Diesen Grundsatz habe Erbacher immer gelebt. Die Kollegen waren sich einig: „Die Geschichte dieser Schule wird immer mit deinem Namen verbunden sein.“Die Schüler verabschiedeten ihren Direktor mit Rosen, Plakaten und viel Musik. Unter anderem sangen sie zu Tränen rührend den Leonard-Cohen-Klassiker „Hallelujah“.

 

Den letzten Wortbeitrag lieferte der scheidende Schulleiter selbst. Erbacher erinnerte an frühere Schulzeiten, als die Disketten noch so groß wie Pizzateller und Kopiergeräte ein echter Luxus waren. Seine Schlussworte galten den Schülern und Kollegen: „Ich werde euch vermissen.“

 

Mit der Wahl seiner Krawatte gab Erbacher einen Hinweis darauf, wie er seinen Ruhestand, der am 1. August offiziell beginnt, ausfüllen will – mit viel Musik und Chorgesang.

 

Quellenangabe: https://www.nez.de/stadt-land/news0/schulleiter-klaus-erbachergeht-in-otterndorf-von-bord.html

letzter Zugriff am: 25.10.2017